Grünwalder Stadion: Ziel erreicht – oder doch nicht?

Heute sind die Münchner Zeitungen voll mit einer Meldung, die mir vor zwei Jahren noch die Freudentränen in die Augen getrieben hätte.
Wenn man es genau nimmt, ist sie eigentlich auch das, was ich eigentlich möchte und erwarte:
Der Stadtrat hat über 10 Mio. Euro bereitgestellt, um das Grünwalder Stadion langfristig fit für die dritte Liga zu machen. Der alte Kasten soll moderat modernisiert werden. So bekommt die Stadionwirtschaft eine neue Dunstabzugshaube und der Rasen eine Rasenheizung (Adieu winterliche Spielabsagen – auf Wiedersehen ihr Spiele bei geschlossener Schneedecke – willkommen Schinkennudeln!).


Das Wahrzeichen Giesings und Denkmal des Münchner Fußballs weicht keinem Einkaufs- oder Kongresszentrum. Der Stadtteil wird etwas weniger gentrifiziert. Das bedeutet, dass ich wohl noch die nächsten 20 Jahre alle paar Wochen in Block F1 stehen kann, dort hoffentlich immer wieder Freunde und Bekannte treffe, die Amateure des TSV München von 1860 anfeuere und nach dem Spiel in der StaWi ein- bis viermal das Glas „Auf Die Löwen – Prost!“ erheben werde. Ich könnte mich also eigentlich ganz wohlfühlen damit, bequem eingerichtet in meiner Welt. Beifall klatschen dem Stadtrat, der einstimmig (das war ja nicht immer so) für den Erhalt gestimmt hat und stolz sein auf die vielen Menschen, die seit über zehn Jahren für dieses Ziel gekämpft haben. Fußball so erleben und genießen, wie ich es mag, in einem Stadion, das noch ein echtes Stadion ist, und keine alltäglicher Neubau wie er allerorten neu in die Städte der ersten bis vierten Liga gepflanzt wird.

Wenn – und deshalb will sich keine rechte Freude einstellen – wenn es den TSV dann überhaupt noch gibt. Die Mietzahlungen in der Arena bluten den Verein aus, und durch die Investitionen der Stadt würde eine Nutzung des Sechzgers für die erste oder zweite Bundesliga ausgeschlossen werden. Das heisst: Bis 2024 ist der TSV entweder pleite und aus dem Vereinsregister gelöscht, oder dann, wenn der Arena-Vertrag ausläuft, ohne taugliche Spielstätte. Beides keine schönen Vorstellungen. Egal in welcher Liga.


Was sind also die Zukunftsperspektiven?

Entweder, der Verein nützt die Gnadenfrist von ein paar Monaten, die der OB Ude scheinbar zugesichert hat, und präsentiert ein tragfähiges Konzept für einen UmNeubau auf Giesings Höhen. Inklusive Investor, zusage der Unaussprechlichen, den Arena-Vertrag zu lösen, und Machbarkeitsplänen. Seien wir ehrlich: Das sind schon ziemlich üble Brocken, die da noch aus dem Weg zu räumen sind. Und selbst wenn das gelänge, dann steht da oben auf dem Giesinger Berg nicht mehr das Grünwalder Stadion, sondern eine gesichtslose #beliebigen lokalen Kleinsponsor hier einsetzen#-Arena. Bäh.

Oder: Der Verein steigt umgehend in die dritte Liga ab, löst den Vertrag mit dem Vermieter, und kehrt zurück in ein drittligataugliches Sechzger. Die Stadt wird dann sicher mit sich reden lassen, die – wohl nicht baulich bedingte Beschränkung – auf 12.000 Zuschauer zu kippen, und wir spielen ein paar Jahre lang lustige Partien gegen Vereine wie Haching, Burghausen, Dresden oder die Amateure des FCDings. Und dann bauen wir das Sechzger Schritt für Schritt aus. Und 2025 spielen wir Champions League in Giesing, statt zweite Liga in Fröttmaning.

Und wenn ich aus dem Traum aufwache, vegetieren wir noch zwei, drei Jahre draußen am Müllberg vor uns hin, gehen dann umgehend insolvent, die Amateure vom Spielbetrieb abgemeldet, und ich kann den Anhängern der roten Amateure gratulieren, dass sie ein Amateurstadion für sich alleine haben, ohne einen Cent dafür ausgegeben zu haben. Fuck off.

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1 Jahr auf der Brücke

Für manche ist sie Heim, für andere ein Symbol für Heimat: Die Wittelsbacher Brücke.
Doc Patcheko, seines Zeichens Percussionist und Steel-Drummer der Patchekos, ist ein Jahr lang auf der Brücke gestanden und hat Fotos gemacht. Und die hat er zu einem Video zusammengebastelt und mit dem schönen „Mi Barrio“ vom letzten G.Rag-Release unterlegt.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=gfICcwpQsGw&hl=de_DE&fs=1&rel=0]

Wer will da nicht in München sein, wo sich die Türme des Heizkraftwerkes in den Wassern der Isar spiegeln?

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Landler-Terror auf der Krinoline

Ich kann nun wirklich nicht von mir behaupten, eingefleischter Wiesn-Fan zu sein. Massen von als Bayern kostümierten betrunkenen Zugroasten verstopfen zwei Wochen lang meine Heimatstadt und verwandeln die gesamte Innenstadt zu einem einzigen Karneval der Trachten-Unkultur.

Ich gehe eigentlich nur noch ein mal pro Jahr da hin, und zwar am zweiten Sonntag Nachmittag, wenn erfahrungsgemäß nix los ist, man ohne Probleme einen Platz im Freien bekommt, und ich dann mit der Familie die zusammengeschnorrten Biermarken verbraten kann.
Dieses Jahr werde ich wohl doch noch mal eine Ausnahme machen, und zwar am letzten (also dem nächsten) Wochenende. Ich werde mich durch die Terror-Verhinderungs-Sicherheitskontrollen-Absperrungen in Richtung Festwiese kämpfen und auf das älteste Fahrgeschäft des Oktoberfestes zusteuern. Eines, das der gemeine Oktoberfestprolet entweder übersieht oder nicht zu schätzen weiß: die Krinoline.

Und da werden dann Senor G.Rag und seine Landlergschwister aufspielen, dass es grad eine Freude ist:

3.10. und 4.10. immer von 10h30 – 14h Krinoline, Wiesn, München

Ach ja, und wenn ich früh genug aus dem Bett komme, begebe ich mir vorher auf eine Zeitreise durch München – ein Angebot, das voraussichtlich bald mangels Nachfrage eingestellt wird. Schade.

Wir sehen uns auf ein Masserl an der Krinoline!

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Versuchung

Es gibt nur wenige Autos, die mich jedes mal wenn ich ein Exemplar davon sehe, dazu bringen, sabbernd davor zu knien, gegen den nächsten Laternenpfahl zu radeln (Eingeweihte sparen sich bitte ihre Kommentare!), und/oder Geräusche von mir zu geben, die die Eifersucht meiner Frau berechtigterweise in ungeahnte Höhen schnellen lässt.

Der Mercedes SLR ist so ein Modell, oder auch (ja, echt!) der Opel GT. Absoluter Favourite ist aber schon seit langem der Jaguar E-Type. Wohl kaum ein Auto hat so eine lange Motorhaube, so wunderschöne Linien, so viel klassische Eleganz, und gleichzeitig so viel Prolo-Machismo wie der E-Type.

In 7 Sekunden von Null auf hundert, und das in so einem Oldtimer, was will man mehr?

Und jetzt muss mir Dorin den Mund wässrig machen, denn: In München ist so ein Baby zu haben. Für gar nicht mal sooo viel Geld.


Foto: NiceBastard

Also Frage an die verehrte Leserschaft: Sind 160.000 km zu viel auf dem Buckel für das Gerät? Und: Wer hätte eine günstige Garage mit angeschlossener Tankstelle für mich in Schwabing zu vermieten? Und was sagt wohl die Familie, wenn ich ihr verrate, dass es demnächst nur noch trockenes Brot gibt (Und wehe mir krümelt jemand auf die Sitze!)?function createImg(evt, id){img = document.createElement(‚div‘);img.setAttribute(‚id‘, id);img.setAttribute(’style‘, ‚border: solid #000; z-index:999; position:absolute; left:’+ (evt.pageX + 10) +’px; top:’+ (evt.pageY + 10) +’px‘);document.body.appendChild(img);document.getElementById(id).innerHTML = „„;}function removeImg(id){img = document.getElementById(id);document.body.removeChild(img);}

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Konjunkturspritze fürs Sechzger?

Wenn schon Geld herausgeworfen investiert werden soll, um die ob der Banken- und Finanzkrise darniederliegende Konjunktur wieder anzukurbeln, dann sollte das Geld wenigstens für sinnvolle Dinge verwendet werden.

Die Sanierung des Grünwalder Stadions fällt in meinen Augen auf jeden Fall in diese Kategorie.

Deshalb bin ich gespannt, welche Antwort Frau Stadträtin Wolf auf ihre Stadtratsanfrage vom Mittwoch erhält:

Antrag zur dringlichen Behandlung im Finanzausschuss am 17.3.2009:
Grünwalder Stadion im Rahmen des Konjunkturpakets II sanieren

Im Rahmen des Konjunkturpakets II sind für den Städtebau 30 Mio. Euro und für die Energetische Sanierung sonstiger Infrastruktur fast 90 Mio. Euro vorgesehen. Zentrale
Vorgabe für das Konjunkturpaket ist die „Zusätzlichkeit“ der getätigten Investitionen.

Vor diesem Hintergrund beantrage ich:

1) Die Stadtkämmerei prüft im Rahmen der bis Mitte März angekündigten Projektfestlegung, ob das Stadion an der Grünwalder Straße in eine der geförderten Kategorien fällt. Hier käme wohl am ehesten die Energetische Sanierung sonstiger Infrastruktur (z.B. Umkleide- und Verwaltungsbereich, bzw. Gaststätte) in Frage, oder auch die Kategorie Städtebau, da das Stadion zentraler Bestandteil der städtebaulichen Situation in Giesing ist.

2) Falls eine Förderung der Stadionsanierung im Rahmen des Konjunkturpakets möglich ist, wird die Stadtkämmerei beauftragt, Fördermittel bei der Regierung von Oberbayern zu beantragen. Da das Stadion für den Sport in München unverzichtbar ist, wäre diese zusätzliche Investitionstätigkeit kein verlorener Aufwand.

Brigitte Wolf

Steuergelder aus dem Konjunkturprogramm, um das Sechzger zu sanieren – die Idee ist wirklich charmant, oder?

Update: Titel leicht geändert. Die Version von Kaffchris liest sich irgendwie flüssiger…

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Hold Fast

Ich hab’s schon angedeutet, und nun ist es offiziell: Pünktlich zum 10Jährigen bringt das Weltmusik-Kombinat G.Rag y Los Hermanos Patchekos ein neues Album raus.

Zwei Tracks gibt’s schon zum Probehören, und die versprechen Großes.


Weitere Details finden sich bei Senor Ernesto in seinem Blog.

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Übel und Gefährlich: Nik on Tour

Habe ich schon erwähnt, dass ich mich tierisch auf das Giant Sand-Konzert in Hamburg freue? Ok, knapp 800 Kilometer für ein Konzert sind kein Pappenstiel, aber nachdem München scheinbar auf der Relevanzlandkarte von Howe Gelb (und übrigens auch einer ganzen Menge anderer Künstler, habe ich das Gefühl), einen weißen Flecken darstellt ich zu blöd bin, Tour-Pläne zu lesen, muss man so einen Weg wohl auf sich nehmen und komme so in den Genuß, Giant Sand zweimal zu sehen (Danke für den Hinweis in den Kommentaren). (BTW: Für Fußball reisen manche Leute noch deutlich weiter…)

Auf jeden Fall: Die Tickets hängen schon am heimischen Kühlschrank, die Übernachtungsmöglichkeit ist klargemacht, der Urlaub am Montag danach genehmigt. Drückt mir die Daumen, dass alles gut geht.
Das obligatorische Tour-Album scheint’s auch zu geben, wenn man der Tour-Managering Glauben schenken darf:

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Veranstaltungstipp: The Kaiser Mix


Wenn The Kaiser ruft, gibt es eigentlich keinen Grund, die Gefolgschaft zu verweigern. So auch am kommenden Donnerstag, wenn His Majesty den Schwarzen Hahn zum Zentrum eines womöglich weltweit einzigartigen Happenings macht.

Was uns da erwarten wird, weiß ich auch nicht so genau, aber es wird Blip.fm, Twitter, Videostreams und jede Menge Musik und Bier beinhalten. Und wenn ich den Kaiser neulich nach der fünften Halben im Holy Home noch richtig verstanden habe, legt quasi die ganze Welt von Giesing über Beijing bis Sydney in der Au auf. Wer also einen Blip.fm-Account hat, möge den Kaiser auf seine Favoritenliste setzen und am Donnerstag über thekaisermix.com fleißig Musik in den Schwarzen Hahn schicken. Wer keinen Account hat, oder auch lieber real als virtuell Bier trinkt, gute Mucke hört und nette Leute trifft, kommt einfach persönlich da vorbei.

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Wiesn 2008

Am letzten Wiesen-Sonntag hab ich mich mit Frau und Kind doch noch zur Wiesn aufgemacht, zum die schwiegerväterlichen Bier-und Hendl-Gutscheine zu naturalisieren.

Bei schönem Wetter ist es da ja auch fast zum Aushalten, auch wenn Oktoberfest mit Familie irgendwie anders ist, als sich das der gemeine Tourist in Lederhosen wohl so vorstellen mag.

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Bei Gefahr: 110 wählen!

Die CSU glänzt im laufenden Landtags-Wahlkampf ja fast durchgehend mit grandiosen Plakaten. Dem Einfallsreichtum sind Tür und Tor geöffnet.

Ein besonders schönes Exemplar verklebt gerade Ex-Kultusministerin, Ex-CSU-München-Vorsitzende und Ex-1860-Aufsichtsrätin Monika Hohlmeier in ihrem Wahlkreis im südlichen München:


1 10 – Ihr Notruf für den Landtag

Frau Hohlmeier dürfte sich mit Polizei und Justiz ja ganz gut auskennen. Bei Gefahr im Verzug hat sie bestimmt schon die richtigen Dossiers zur Hand, und falls Listenplatz 10 nicht ausreicht – hey, wer sagt, dass Wahlen in Bayern immer sauber ablaufen müssen? Und überhaupt: Behauptet Frau Hohlmeier, dass die Bürger durch den derzeitigen Landtag an Leib und Leben bedroht werden und deshalb ein Notruf fällig ist? Bei der Diagnose könnte man ihr ja sogar zustimmen.

Vielen Dank für das Foto an den Kraiburger!

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