Das Löwenbomber-Archiv in der Presse

Da schaut man nichts böses ahnend in die Websitestatistik des Löwenbomberarchivs, und da explodieren die Zugriffe.

Ein sehr erfreulicher Umstand, der sich über eine kurze Nachfrage beim Bomber himself klärte:

Ausschnitt aus der tz von gestern.

Ach ja, auch die Abendzeitung hat schon am 28. Februar über das Archiv berichtet:

Danke für’s Nicht-Verklagen Promoten!

UPDATE 9. Oktober 2009:
Der Wochenanzeiger hat einen sehr netten Artikel über das Archiv online gestellt: zum Wochenanzeiger

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Der Niggemeier-Effekt?

Jetzt ist es fast drei Monate her, dass ich in einem kleinen Blog-Post auf die Manipulierbarkeit eines Online-Votings bei Vanity Fair hingewiesen habe. Mein ursprünglicher Vorschlag, doch Florian Silbereisen die ihm nun wirklich gebührende Position 1 im Ranking der wichtigsten Deutschen unserer Zeit zukommen zu lassen, wurde von der Blogosphäre leider nicht aufgenommen. Stattdessen entschied man sich, Stefan Niggemeier diese „Ehre“ zuteil werden zu lassen. Es hätte schlimmer kommen können ;-)
So machte sich eine muntere Schar von Bloggern auf, mit Hilfe von mehrfachen Auto-Reloads den Herrn Niggemeier nach oben zu katapultieren – was auch trotz zwischenzeitlicher Intervention der Vanity Fair-Redaktion auch gelang – und bis heute kann sich Niggemeier in den Top-10 halten.
Nun mag man sich fragen, was denn an dieser ollen Geschichte heute noch interessant sein mag. Die Rangliste der Vanity Fair ist ja tatsächlich auch an Bedeutungslosigkeit höchstens noch von dem einen oder anderen BlockBlog zu unterbieten.

Die Antwort ist einfach: Am Montag wurden mal wieder die monatlichen IVW-Zahlen veröffentlicht. Unter vielen Websitebetreibern (und leider auch bei manchen Fach-Journalisten) gelten die in der IVW ausgewiesenen PageImpressions immer noch als sowas wie ein Leistungsnachweis, als Kennziffer für die Größe eines Online-Angebotes und seiner Bedeutung als Werbeträger. Auf einer Basis, die mehr als nur eine Momentaufnahme darstellt, ließe sich jetzt also der von mir erwähnte Effekt nachweisen.
Und da hat sich seit dem August doch Erstaunliches getan:


Die Seitenabrufzahlen von vanityfair.de haben sich im August im Vergleich zum Vormonat um 61% gesteigert, während die Zahl der Visits leicht gesunken ist.
Leider startete die Voting-Welle erst Ende August, sodass sich die Vielzahl der durch Auto-Reload generierten Seitenabrufe auf die beiden Monate August und September verteilen dürften.

Dementsprechend hat sich seit dem August auch das Verhältnis der PIs pro Visit deutlich verändert. Pendelte der Wert bis dahin immer um die sieben Abrufe pro Besuch, steigt er in den letzten Monaten auf fast die doppelte Zahl. Im Schnitt klickt jeder Besucher also heute doppelt so häufig auf der Seite umher als zuvor. Und das scheint ein doch länger anhaltendes Phänomen zu sein…

Mir stellt sich hier ein grundsätzliches quasi-juristisches Problem:
Ist so eine Voting-Stimme überhaupt eine PageImpression? denn schließlich darf eine PI nur gezählt werden, wenn der Nutzer mit der Aktion (d.h. Klick, Reload) die Erwartung hat, „eine wesentliche Veränderung des Seiteninhaltes zu
bewirken.“ (IVW-Richtlinien). Ob der schnell verblassende Hinweis „Vielen Dank für Ihre Stimme!“eine wesentliche Änderung darstellt, mögen bitte die IVW-Gremien entscheiden.

Die Jagd nach möglichst vielen PageImpressions verändert die Art, wie kommerzielle Internet-Angebote aufbereitet werden – und das zu ihrem Nachteil, finde ich. So lassen sich mittlerweile recht einfach „PI-optimierte“ Angebote eben durch das Vorhandensein von Klicktreibern wie nicht gedeckelten (1 Stimme pro User) Votings und Artikeln die auf eine 20-teilige Bildergalerie verhackstückt werden von gut gemachten Angeboten unterscheiden, die ihre Nutzer ohne Umwege zur gesuchten Information, zum erwarteten Content bringen unterscheiden. Von einem Münchner Medienhaus weiß ich, dass die Online-Redakteure nicht mehr nach PIs bewertet werden, sondern nach Unique Usern – ein erfolgreicher „Channel-Manager“ also nicht möglichst viele Klicks generieren, sondern möglichst viele Menschen interessieren muss (und die leute auch am nächsten Tag, in der nächsten Woche wieder auf sein Angebot ziehen sollte).

Bleibt nur zu hoffen, dass die Nutzer auf Dauer solche Klicktreibereien mit Nicht-Besuch strafen, werbungtreibende und Agenturen noch mehr Augenmerk auf die Qualität eines Seitenkontaktes legen, und in der IVW endlich eine zeitgemäße Definition des Werbekontaktes – idealerweise erweitert um eine qualitative bzw. zeitliche Komponente.

Ach ja: Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn irgendwann einmal das Ergebnis des Votings im Heft veröffentlicht werden soll…

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Wie Florian Silbereisen der wichtigste Deutsche wird: Vom Wert von Online-Votings

Das Qualitätsmagazin „Vanity Fair“ (mit Absicht nicht verlinkt) sucht seit ein paar Tagen auf seiner Website nach den 100 wichtigsten Deutschen. Aus einer 100-Köpfigen redaktionellen Vor-Auswahl (darunter so illustre Gestalten wie Tokio Hotel, Sido oder Ehssan Dariani, der „Erfinder“ von StudiVZ) können die Nutzer per Online-Wahl die wichtigsten Mitbürger voten.

Und wenn ich wollte, würde dann irgendwann im Januar in der Vanity Fair stehen, dass Florian Silbereisen einer der 10 wichtigsten Deutschen ist. Auf Platz 11 habe ich ihn schon gehievt – von Rang 100 gestern Nachmittag auf einen respektablen 11. Rang heute Morgen. Ich bin nämlich der felsenfesten überzeugung, dass der Flori unterschätzt wird. (Nebenbei: Wolfgang Schäuble wird gnadenlos überschätzt – auch das habe ich in das Ranking der VF einfließen lassen.)

Möglich macht das übrigens die Klickgeilheit Nachlässigkeit der Vanity Fair-Redaktion, die jeden User so oft abstimmen lässt, wie er will – und ein kleines Firefox-Add On, das die Votingseite jede Sekunde neu lädt.

Ach ja, nicht nur die VF, sondern auch kress.de kann sich somit in der nächsten IVW-Ausweisung mit ganz vielen nichtssagenden wertvollen PageImpression brüsten. Auch beim Branchen-Fachblatt sind die Votings manipulierbar und es wird natürlich bei jeder Stimmabgabe ein Seitenabruf zur vorgeblichen Bestimmung der Relevanz der Website für die werbungtreibende Wirtschaft mitgezählt. Übrigens habe ich auf der Voting-Ergebnis-Seite von Kress kein einziges Werbemittel entdecken können, aber egal…

Update 1.9. 20:30: Bereits am Freitag Nachmittag hat CoffeandTV das Thema aufgegriffen, am Montag dann auch denQuer (siehe auch Stefan in den Kommentaren).

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„An der Grünwalder Straße“

Werner Lorant lässt uns wohl noch lange nicht los. Er hat zwar das Löwen-Volk nicht ganz so traumatisiert und ins Verderben geführt, wie sein kogenialer Männerfreund KHW, aber beschäftigen wird der Werner uns noch lange und wir verfolgen mit Freude seine Erfolge als Trainer in nah und fern.

Jetzt erreicht die Löwen-Schar aus dem fernen London ein literarisches Selbstportrait – geschrieben von Ronald Reng, der auch den Roman „Der Traumhüter“ verfasst hat – und in dem Lorant einen zentralen Platz einnimmt.

Die Frisur des Trainers sitzt, als er hereinkommt, auch nach anderthalbstündigem Sport fest wie ein Helm auf dem Kopf, silbernes, aufgetürmtes und von Unmengen Haarspray domestiziertes Haar. Er denkt, er könnte es gut beschreiben, wie eine Schiffswand in stürmischer See, macht sich aber keine Notizen.
„Kaffee!“, brüllt der Trainer. Die Wirtin bringt ihm einen Espresso. Der Trainer schüttet Zucker in die Tasse. Als der Kaffee überläuft, nimmt es der Trainer als Zeichen, dass der Espresso süß genug ist.
„So, meine Herren!“, brüllt der Trainer.

Der Text fängt sehr schön die Stimmung am Trainingsplatz und im Löwenstüberl ein. Und manche Dinge haben sich nicht verändert, seit Lorant und Reng nicht mehr beim TSV sind:

An einem Tisch mit dem Metallschildchen Stammtisch sitzen bereits zwei Boulevardreporter. Einer, Marius mit Namen, trägt eine schwarze Fliegerjacke und, gegen das Lampenlicht des schummrigen Löwenstüberls, eine Sonnebrille. Er schätzt Marius auf fünfzig. An seine Fliegerjacke hat er einen Anstecker geheftet, darauf steht: „Fuck me and marry me young.“ Der andere Boulevardreporter, Herbert, hat ein Leberkäsbrötchen gegessen. Sein Pullover ist jedenfalls voller Senfflecken. Er hat die Frisur eines Jungen, dem die Mutter einen Topf aufgesetzt und ihm dann die Haare geschnitten hat. Er schätzt Herbert auf 51. Er wiegt zirka 120 Kilogramm.

Der komplette Text findet sich in der Löwen-Bar.

Bildnachweis

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Sat.1 geht gegen Abzocker vor


Demnächst startet auf meinem Lieblingssender Sat.1 ein neues Format: „Die Abzocker – Das sind ihre Tricks“ soll es heißen.
Laut wuv.de will Sat.1 damit „(…)demonstrieren, wie leicht man Opfer von Betrügern werden könne und wie man sich am besten davor schützt, heißt es.“

Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen die ersten drei Folgen das Geschäftsmodell des AbzockTransaktions-TV-Senders 9live, Mitglied in der ProSiebenSat.1-Senderfamilie behandeln.

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Fernsehen ist tot – lasst es uns beerdigen!

Was es nicht alles gibt:

Etos TV ist der neue Trauerkanal

Ah ja. Klar.
Und wieso?

Durch den demographischen Wandel geraten neue Zielgruppen in den Blick. Fernsehzuschauer, die sich gezielt informieren wollen, über Themen, die sie angehen. Bestattungskultur und Vorsorge gehören zu diesen Themen.

ich bin gespannt.

via DWDL.de

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Öffentlich-rechtlicher Qualitätsjournalismus?

Ganz aufschlussreicher Beitrag, der (seeeehr haarspalterisch und kleinlich) aufzeigt, wie unsauber recherchiert und manipulativ verdrehend Beiträge in öffentlich-rechtlichen Magazinsendungen sein können. Hier am Beispiel der sogenannten „Killerspiele“ und den Sendungen hartaberfair, Frontal21, Kontraste und Panorama.

Gefunden bei F!XMBR
Mehr infos unter: stigma-videospiele.de

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