Wie Florian Silbereisen der wichtigste Deutsche wird: Vom Wert von Online-Votings

Das Qualitätsmagazin „Vanity Fair“ (mit Absicht nicht verlinkt) sucht seit ein paar Tagen auf seiner Website nach den 100 wichtigsten Deutschen. Aus einer 100-Köpfigen redaktionellen Vor-Auswahl (darunter so illustre Gestalten wie Tokio Hotel, Sido oder Ehssan Dariani, der „Erfinder“ von StudiVZ) können die Nutzer per Online-Wahl die wichtigsten Mitbürger voten.

Und wenn ich wollte, würde dann irgendwann im Januar in der Vanity Fair stehen, dass Florian Silbereisen einer der 10 wichtigsten Deutschen ist. Auf Platz 11 habe ich ihn schon gehievt – von Rang 100 gestern Nachmittag auf einen respektablen 11. Rang heute Morgen. Ich bin nämlich der felsenfesten überzeugung, dass der Flori unterschätzt wird. (Nebenbei: Wolfgang Schäuble wird gnadenlos überschätzt – auch das habe ich in das Ranking der VF einfließen lassen.)

Möglich macht das übrigens die Klickgeilheit Nachlässigkeit der Vanity Fair-Redaktion, die jeden User so oft abstimmen lässt, wie er will – und ein kleines Firefox-Add On, das die Votingseite jede Sekunde neu lädt.

Ach ja, nicht nur die VF, sondern auch kress.de kann sich somit in der nächsten IVW-Ausweisung mit ganz vielen nichtssagenden wertvollen PageImpression brüsten. Auch beim Branchen-Fachblatt sind die Votings manipulierbar und es wird natürlich bei jeder Stimmabgabe ein Seitenabruf zur vorgeblichen Bestimmung der Relevanz der Website für die werbungtreibende Wirtschaft mitgezählt. Übrigens habe ich auf der Voting-Ergebnis-Seite von Kress kein einziges Werbemittel entdecken können, aber egal…

Update 1.9. 20:30: Bereits am Freitag Nachmittag hat CoffeandTV das Thema aufgegriffen, am Montag dann auch denQuer (siehe auch Stefan in den Kommentaren).

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