38 Stadionverbote beim TSV – wofür und gegen wen?

Seit gestern Abend steht eine Meldung auf der Homepage des TSV 1860, die besagt, dass 38 Fans aus der aktiven Szene zwischen 6 und 18 Monaten Stadionverbot erhalten. Das Stadionverbot ist eine der härtesten Maßnahmen, die ein Fußballverein eine Fußballfirma gegen die eigenen Fans Kunden ergreifen kann – gilt dieses Verbot ja bundesweit für alle Spiele der ersten drei Ligen.
Was an diesem Dezembertag genau vorgefallen ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht dabei war. Hört und liest man aber die Erzählungen und Schilderungen derer, die dort waren (auch bezüglich des Verhaltens der Polizei währen des Spiels und danach) scheint alles doch nicht so einfach und eindeutig gewesen zu sein.

Ein paar Sätze der TSV-Meldung sind jedoch wirklich wert, mal drüber nachzudenken:

Der TSV 1860 München verweist insbesondere auf die präventive Wirkung solcher Stadionverbote. Dabei gilt es, zukünftiges sicherheitsbeeinträchtigendes Verhalten zu vermeiden und die Betroffenen zur Friedfertigkeit anzuhalten.

Also: wenn man sich die Berichte mal so durchliest ergibt sich das Bild, dass scheinbar drei Löwen sich mit drei Bayern geprügelt haben. (Von wem die Aggression ausging, ist übrigens auch umstritten). Einige Zeit später wurden etwa 80 – teils vollkommen Unbeteiligte – in Verwahrung genommen. Und gegen 38 von denen wird jetzt präventiv ein Stadionverbot erlassen:

  • böse Jungs haben früher mal böse Sachen gemacht (waren bereits in der Vergangenheit straffällig geworden)
  • Vor dem Derby haben sich drei von ihnen geprügelt, woraufhin 80 Leute festgenommen wurden.
  • gegen einen Teil wird jetzt Stadionverbot erlassen, nicht etwa, weil ihnen konkret etwas vorgeworfen wurde, sondern, weil man sich erzieherisch betätigen will.

So weit so unsinnig. Stadionverbote erscheinen nicht nur mir als Präventivmaßnahme nicht sonderlich sinnvoll. (ProFans: „Dabei wären soziale Arbeitsstunden oder pädagogische Bewährungsauflagen sehr viel effektiver. Der Betroffene könnte somit weiterhin in der Fanszene integriert bleiben und auch von dieser in seiner „Resozialisierung“ unterstützt werden.“)

Dem Faß den Boden aus schlägt aber TSV-Managerdarsteller Stefan Reuter:

Wenn Einzelne glauben, dass sie unter dem Deckmantel einer Löwen-Sympathie Schlägereien anzetteln können, dann gehen wir gegen diese Personen vor.

Diesen Leuten, die einen Großteil ihrer Freizeit und ihres Geldes für den TSV opfern, Zeit und Mühe in Choreografien und Stimmung investieren, derer sich der TSV so gerne rühmt eine vorgeschobene Sympathie zu unterstellen, ist von einem roten Manager-Azubi wirklich unterste Schublade.

Es lässt sich natürlich trefflich darüber spekulieren, ob das anstehende Pokal-Derby mit der zu erwartenden Durchmischung von Rot und Blau aufgrund roter Blödheit und architektonischer Naivität eine gewisse Rolle spielt, und ob da nicht auch Druck von Seiten der Staatsmacht ausgeübt wurde, der von eigenem Fehlverhalten ablenken soll…

Hier auch der Verweis auf die Stellungnahme der Cosa Nostra: WIE EIN SCHLAG INS GESICHT

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Hartnäckigkeit zahlt sich aus…

Bei Google ist der Block F1 beim Suchbegriff „Seppi Schmid“ mittlerweile auf Rang 3 (siehe Bild).
Wenn der Seppi nicht OB wird liegt’s aber nicht an mir!

Die Block F1-Seppi-Posts 2008:

Bei Gully-Sepp sogar Rang 2. hehe…

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Block F1-Wahlcheck: Kommunalwahl 2008 – wen kann der Grünwaldi eigentlich wählen?

Am 2. März stehen in München ja mal wieder Kommunalwahlen an. es wird ein neuer Stadtrat und gleichzeitig auch der Oberbürgermeister gewählt. Die Bezirksausschüsse lassen wir mal außen vor.

Natürlich hat München eine ganze Menge Probleme. Vom Verkehr über Kindergarten- und Krippenplätze bis hin zu einem Transrapid, der vor der Tür steht, den aber eigentlich kaum einer will und so auch kein Mensch braucht.

Aus Sicht des engagierten Stadion-Aktivisten ist der Erhalt des Sechzger Stadions natürlich ein Thema, das auf meine Wahlentscheidung keinen unwesentlichen Einfluß hat.
Zahlreiche Parteien haben sich in der letzten Zeit zum Grünwalder Stadion geäußert. Besonders nach dem öffentlichkeitswirksamen X-Tausend-Event im Mai hat das Thema eine erneute Dynamik erfahren, die mit der Ankündigung von Bürgermeisterin Strobl, das Stadion bis mindestens 2018 erhalten zu wollen.

Dankenswerter Weise haben die Freunde des Sechz’ger Stadions alle Parteien und ihre Kandidaten zu deren Sichtweise zum Thema „Erhalt oder Abriß“ befragt und haben auch von einer nennenswerten Anzahl Rückmeldung und eindeutige Statements erhalten.

Diese Ergebnisse gehen zusammen mit anderen Äußerungen der Parteien und ihrer Kandidaten, sowie grundsätzlichen Überlegungen in meinen vollkommen subjektiven, noch nichteinmal für mich bindenden Block F1-Wahlcheck ein.
Das Kommunalwahlrecht hat ja einige Besonderheiten. Anders als beispielsweise bei der Bundestagswahl hat man nicht nur eine Erst- und eine Zweitstimme, sondern genau so viele, wie es Sitze im Stadtrat gibt. Also im FAlle des Münchner Stadtrates genau 80. Diese 80 Stimmen gilt es, auf die Kandidaten meiner Wahl zu verteilen (panaschieren/kumulieren). Maximal kann man einem Kandidaten drei Stimmen geben. Also ist es maximal möglich, 26 Kandidaten mit 3 und einen mit zwei Stimmen zu versorgen. Mehr Infos zum Kommunalwahlrecht gibt es bei den FdS und einen Probewahlzettel zum Online-Ausfüllen beim KVR.

Noch eines vorweg: Genau wie die FdS beschränke ich mich hier auf die demokratischen Parteien. Die Nazis von „ProMünchen“ und „Initiative Ausländerstopp“ sind es eigentlich noch nicht einmal wert, sie hier zu erwähnen…

Weils einfacher ist erstmal die Parteien, die man als Grünwaldi ganz bestimmt nicht wählen kann:

CSU
Die CSU ist in diesem Wahlkampf ja mein absoluter Liebling. Wollen die eigentlich nicht gewählt werden? Anders ist das Verhalten der Konservativen im Wahlkampf ja schon nicht mehr zu erklären. Aber das hat ja Tradition. Wer erinnert sich noch an Aribert Wolf und seinen Dackel? Seine Spezelwirtschaftereien und die Wahlbetrugsgeschichten, in die dann ja auch irgendwie so illustre damalige 1860-Aufsichtsräte wie Ralf Burkei oder Monika Holmeier verwickelt waren? Schaurig.
Jetzt also der Gully-Sepp Josef Schmid. Transrapid-Fan, Handball-Enthusiast, und: STADIONGEGNER. (–> Minusliste)

„Ein evtl. Erhalt des Stadions würde entsprechend den Vorschriften des DFB einen vielfachen Millionenaufwand erfordern, den die Stadt München aufgrund der Finanzsituation weder tatsächlich leisten kann noch angesichts der immer schärferen EU-Praxis bezülich Zuschüssen leisten dürfte.
Darum auch mein Vorschlag, Erlöse aus dem Grundstücksverkauf wieder für den Sport zu verwenden.“

Josef Schmid als OB geht also schonmal garnicht. Er steht in seiner Fraktion allerdingsnicht alleine, allerdings gibt es einige CSU-Kandidaten, die sich deutlich für den Erhalt aussprechen. Mein besonderer Gruß geht an Laura Wurst für die lustigste Politiker-Website des Jahres. Auffällig dabei ist allerdings: Alle fünf CSU-Kandidaten sind auf Listenplätzen ganz weit hinten zu finden und eigentlich chancenlos. Verspricht sich da jemand, auf der Stadionwelle nach vorne gehäufelt zu werden? Egal. Wer auf einer Liste mit dem Gully-Sepp steht hat keine Stimme verdient. Noch nicht einmal eine panaschierte.

Grüne
Sehr schade. Seit ich wahlberechtigt bin und an Kommunalwahlen teilnehme – und das waren jetzt schon ein paar – habe ich mein Kreuzchen einfach oben auf der Grünen Liste gemacht – und gut war’s. Aber das geht jetzt nicht mehr. Ich kann einer Partei, die das Sechzger bei nächster Gelegenheit für ein Einkaufszentrum oder sonstwas Überflüssiges plattmachen will keine Stimme geben. Wer das Sechzger Stadion, ein mit dem ÖPNV ideal erschlossener urbaner
Veranstaltungsort (und das seit fast 100 Jahren!) als „aufgrund seiner Lage ungeeignet“ (Pressemitteilung von Jutta Koller, Listen-Platz 5 – streichen, liebe Trotzdem-Grün-Wähler!) bezeichnet, hat entweder keine Ahnung oder ist nicht grün. Einzig die paar hinteren Listenplätze, die sich gegen den Fraktionszwang stellen (darunter auch 1860-Aufsichtsrat und Muffathallen-Chef Christian Waggershauser) können noch damit rechnen, von mir die eine oder andere Stimme zupanaschiert zu bekommen. Das würde ich dann als symbolischen Akt verstehen.

Das wären dann auch schon die einzigen Abreißer. Alle anderen Parteien sind – graduell verschieden stark ausgeprägt – für einen Erhalt bis mindestens 2018:

SPD
Der große Problemfall. Im Dezember kam (wohl auf nicht unmaßgebliches Strippenziehen von Neu-1860-Vize Franz Maget im Hintergrund) die Nachricht, auf die so viele Löwen und so auch ich lange gewartet hatten: „Erhalt des Grünwalder Stadions vorerst gesichert„. Und dann passierte erstmal nichts. Obwohl Frau Strobl und die SPD-Fraktion ohne Probleme eine Beschlussvorlage in Sportausschuss und Stadtrat hätten einbringen können, ihre Ankündigung auch Wahrwerden zu lassen, habe ich immer mehr das Gefühl, dass die SPD-Spitze mit diesem Winkelzug nur das unbequeme Thema „Sechzger“ aus dem wahlkampf raushalten wollte. Und im neueb Stadtrat heißt es dann „Was schert mich mein Geschwätz von gestern und bei der nächsten wahl steht auf Giesings Höhen sowieso schon ein Kongreßzentrum. Toll überplant und stadtteilaufgewertet. Ätsch.“
Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich mich irre, und die SPD tatsächlich für den Erhalt eintritt und auch die notwendigen Mittel zur Sanierung loseist. Allein – mir fehlt der Glaube. Solange die Giesinger Abrissbirne Brigitte Meier (streichen!) dort einen der vorderen Listenplätze einnimmt, ist denen alles zuzutrauen.
Trotzdem: Die SPD hat in den letzten Jahren insgesamt wohl keinen so schlechten Job für München gemacht. Das Anti-Transrapid-Engagement ist ja auch mal positiv. Und Ude wird ja wohl auch nicht die gesamte Amtszeit dranbleiben. Apropos Ude: Der hat sich wohlweislich aus allen Diskussionen rausgehalten. er wollte wohl nicht das eigene Denkmal beschädigen…
Was tun? Entweder die SPD-Liste wählen, Abreißer wegstreichen und Stadionbefürworter nach vorne häufeln? Oder doch ne andere Liste wählen und blos den ausgewiesenen erhaltern unter den Sozis einedrei Stimmen geben?
Wahlbefehl: Mathias Kowoll, SPD, Listenplatz 253. Langjähriges FdS-Mitglied und Funktionär – bei dem sind drei Stimmen auf jeden Fall gut angelegt! Außerdem steht mit Verena Dietl (Listenplatz 210) ein weiteres FdS-Mitglied auf einem sehr aussichtsreichen Listenplatz!

FDP
Die Liberalen sind nicht erst seit gestern auf der Seite der Stadionbefürworter – aber auch noch nicht so lange, als dass man ihnen nicht Wahltaktik unterstellen könnte.
Positiv: So vehement, oft und öffentlichkeitswirksam wie die FDP spricht sich kaum eine Partei für den Erhalt aus. So gab es vor ein paar Wochen eine eigene Veranstaltung zur Zukunft des Stadions. Und bei der FDP sprechen sich die vordersten Listenplätze glaubwürdig für den Erhalt aus.
Dass FDP-Wählen für mich persönlich aus anderen Gründen nihct in Frage kommt,steht auf einem anderen Blatt. Ich mag die Partei nicht. Wirtschaftsliberalismus, schlecht versteckter Sozialdarwinismus und ein strammer Nationaler Flügel (lebt Alexander von Stahl eigentlich noch?) wiegen nicht die paar echten Liberalen (Gruß an unsere ehemalige Justizministerin und an Hildegard Hamm-Brücher!) in der Partei auf.
Fazit: wer nicht links wählen will, aber trotzdem was für’s Stadion tun: FDP ist da keine schlechte Alternative.

DIE LINKE
Kommunisten? Ossis? Gewerkschaftsfunktionäre? Linke Spinner?
Ja. Auch.
Aber eben auch die Partei, die seit Jahren auf Seiten der FdS steht und die Stadionproblematik immer wieder in den Stadtrat getragen hat. Tino Krense, Listenplatz 654, ist langjähriges FDS-Mitglied (3 Stimmen! Wahlbefehl!). Und einige FdS’ler haben die Plattform genutzt und Artikel für das Fraktionsblättchen der LINKEN „mit Links“ verfasst. All diese Artikel kamen Ende letzten Jahres auch als handliche Broschüre zusammengefasst heraus. Lesenswert (Und über den FDS-Schriftführer bestellbar!)
Und ich muss sagen: So sehr mich ein Oskar Lafontaine, alte PDS-Kader, die die StaSi verherrlichen und frustrierte Wende- und Globalisierungsverlierer mit Weltverbesserungsanspruch auch annerven – in München ist DIE LINKE für mich eine der wenigen wählbaren Alternativen! Klingt komisch…

Bayernpartei
Yeah, Bayernpartei! Gar nicht so lang her, dass die sich auf unsere Seite geschlagen haben. Rührig, sympathisch, aber auch des Populismus nicht abgeneigt (wer kennt nicht diese unsäglichen Pro-Rauchen-Plakate? Wenn ich ein Plakat lang und breit erklären muss, habe ich definitiv die falsche wahlkampfagentur – oder wahrscheinlich gar keine.)
ich mag die Bayernpartei ja irgendwie. Nur leider werden sie keine Chance haben, in den Stadtrat einzuziehen und deshalb in der nächsten Legislaturperiode auch kein gewichtiges Wort pro Stadion mitzusprechen haben. Daher: Evtl. 3 Stimmen für den Spitzenkandidaten Thomas Hummel (der ja auch schon Gast hier im Block F1 war – Wahlkampf 2.0)

ÖDP
Konservative Grüne mit schlecht designten Plakaten. Aber pro Stadion. Und das auch schon länger, denn bereits 2000 forderte die ÖDP den erhalt des Sechzgers als Nostalgie-Stadion. ob das nun rührend ist, engagiert, oder einfach nur ein bisschen weltfremd – egal. 3 Stimmen für Mechthild von Walter sollten schon drin sein.

Freie Wähler
Für die Freien Wähler gilt ungefähr das Gleiche, wie für Bayernpartei und die ÖDP – sympathisch, engagiert, aber (leider) wenig erfolgversprechend. Dr. Piazolo (der Spitzenkandidat) hat zwar dankenswerterweise 2001 die Vorstellung der Schwabel-Pläne organisiert, aber trotzdem: Schön dass es euch gibt…

Was wählt der Block F1 jetzt also? Wahrscheinlich werde ich meine 80 Stimmen auf die Stadion-Kandidaten von SPD und Linkspartei verteilen und was übrig bleibt entweder den Kleinen oder einer der beiden roten Parteien geben. Auf jeden Fall nehme ich den FdS-Wahlspickzettel mit in die Wahlkabine.

Update 2. März:
Kollege Stoibeißer hat mich darauf hingewiesen, dass die Bayernpartei durchaus Chancen auf einen Einzug in den Stadtrat hat. Durch die Listenverbindung mit ÖDP und Freien Wählern sind noch nicht mal unbedingt die 1,25% notwendig. Details und Rechenbeispiele in der Bar.

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Iron & Wine live im Paradiso Amsterdam

Auf Fabchannel.com gibt es einen sehr schönen Mitschnitt eines Konzertes von Iron & Wine im Paradiso zu Amsterdam.

Wenn ich mir das so ansehe (und höre) könnte ich mich wirklich schwarzärgern, dass ich neulich keine Zeit hatte, in die Dachauer St.-Jakob-Kirche zu pilgern. Muss wirklich toll gewesen sein.

Via: Die Straßen von Berlin

UPDATE: Leider hat fabchannel.com den Betrieb eingestellt. Also gibt es das Video hier auch nicht mehr.
Hier wenigstens noch ein kleiner Ausschnitt:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=HO1mVbNaWTw&hl=de_DE&fs=1&]

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