Der Block F1 ist derzeit etwas verwaist - er macht seinem Namen als Rentner-Block also gerade alle Ehre.

Wer NiksNeues sehen will, findet das hauptsächlich hier.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

"Grüne Politik" oder doch nur Wahlkampf?


Am Dienstag konnte ich noch berichten, dass sich schlussendlich die Argumente der Stadion-befürworter durchgesetzt haben und die Stadtspitze ein Maß an Einsicht gezeigt hat, wie ich es nicht für möglich gehalten habe.

Sicherlich haben die im März anstehenden Kommunalwahlen auch ein bisschen was mit dem Umdenken zu tun, schließlich dürfte der SPD nicht unbedingt daran gelegen sein, das Thema prominent im Wahlkampf an der Backe zu haben.

Trotzdem haben so ziemlich alle Parteien erstmal positiv auf den Beschluss reagiert. Die SPD sowieso, FDP und Linke auch, bei denen steht der Erhalt ja im Wahlprogramm. Aber auch von der CSU kamen erste Annäherungsversuche: CSU-Kandidat Seppi Schmid, vor Monaten noch Abriß-Fan, fordert laut SZ von heute ein "zukunftsfähiges Konzept" (wir auch Seppi, wir auch...) und begrüßt (laut Merkur) den vorstoß.

Widerstand kommt ausgerechnet aus einer Richtung, aus der ich dies in dieser Vehemenz nicht erwartet hätte: Von den Grünen.

Deren sportpolitische Sprecherin Jutta Koller bezeichnet den Strobl-Vorstoß laut Münchner Merkur als "populistischen Alleingang auf Kosten der städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten im Stadtteil Untergiesing". Stattdessen möchte sie einen Stadionneubau für die Amateur-Mannschaften des TSV und des FCB. (hier die PM im Wortlaut)

Mir (und vielen anderen auch, wenn man Frau Kollers Gästebuch auf ihrer Homepage mal anschaut) stellt sich die Frage, wie diese Haltung mit Grünen Positionen vereinbar ist.

  • Eine perfekt mit dem ÖPNV erschlossene urbane Sportstätte mit Tradition zu gunsten eines Neubaus auf der Grünen Wiese?
  • Neue Flächen bodenversiegeln, statt eine Grünfläche in zentraler Lage bewahren?
  • Lebendiges Stadtteilleben zu gunsten "Städtebaulicher Entwicklungsmöglichkeiten" opfern?
  • Basisdemokratisch geäußerten Bürgerwillen ignorieren und als "kleine, aber lautstarke Minderheit" abzuqualifizieren? Oder wie "Der Nikolaus" schreibt:
"Es war mal grüne Politik, sich auf die Seite von Bürgerinitiativen und z.B. gegen Spekulanten zu stellen. Beim Sechzger ist das auf einmal populistisch?"
Klar, dass nur der Strobl-Vorstoß populistisches Wahlkampfgeklapper ist, Frau Koller sich mit dieser sehr ungrünen Haltung aber keineswegs PR-wirksam profilieren wollte.

So, liebe Frau Koller, verprellt man langjährige Wähler. Zum Beispiel mich.


UPDATE 16.12.:

Mittlerweile gibt es auf Frau Kollers Homepage eine Erklärung, in der sie ihre Beweggründe darlegt und darum Bittet, nicht die gesamte Grüne Partei in Sippenhaft zu nehmen.

Na gut - aber in München bleiben die Grünen für mich weiter unwählbar...

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen